Übern Tellerrand: boulancheriechen zu Gast bei Sugarprincess

Feb 21, 2014

Freitags wird hier über den Tellerrand geschaut: Jede Woche ist ein neuer Gast bei uns in der Großfamilie zu Besuch. Ich freue mich, heute die noch ganz frische Bloggerin Susanne mit ihrem Blog boulancheriechen bei uns begrüßen zu können. Susanne bloggt seit November 2013 und hat ihr boulancheriechen seitdem mit vielen interessanten Broten gefüllt.
Besonders herausragend ist ihr Posting über die Herstellung der italienischen Mutterhefe Lievito Madre. Aber es gibt nicht nur Brot, sondern auch Pizza und Pasta, Kuchen und Knabberzeug bei ihr.
Herzlich Wilkommen, Susanne!

Hallo, ihr Lieben!
Juschka, die Sugarprincess, hat eingeladen zu einem Gastbeitrag hier auf dieser Seite. Ich bin unendlich beeindruckt von der Mama einer Großfamilie, die noch nebenher bloggt! Für eine solch‘ besondere Frau mache ich das natürlich sehr gerne..
Sonst koche, backe und blogge ich im „boulancheriechen„.

Kaum etwas entspannt mich so sehr wie ein aufgehender Hefeteig, das Kneten eines Brotteiges und der Duft von frisch gebackenem Brot – dem Duft aller Düfte, der an Kindheit erinnert, wenn er durchs Haus zieht.

Der Name „Boulan-Cheriechen“ ist – ebenso wie der Blog – die Idee meiner Töchter. Sie sind schon (knapp) erwachsen und haben mir zu meinem Geburtstag diesen Blog geschenkt! Da war ich dann erst mal gefordert, vor allem mit den technischen Möglichkeiten eines Blogs. Aber Lernen findet im Idealfall lebenslang statt .

Ich habe schon immer gerne gekocht und gebacken, ein regelrechter „Brotbackwahn“ hat mich im letzten Frühling befallen, als ich ausnahmsweise mal eine Phase in meinem Leben erwischt habe, in der ich ZU VIEL Zeit hatte!! Ich wollte endlich Brot backen, das nicht krümelt, nicht nach Hefe schmeckt und habe mich Tag und Nacht durchs Internet und Bücher gelesen. Inzwischen weiß ich, dass gutes Brot vor allem seine Ruhe haben will, dann braucht es auch nur ganz wenig Hefe oder gar keine.
Im „Boulancheriechen“ findet ihr Brotrezepte mit und ohne Sauerteig, mit Hefe, auch mit Lievito madre (einer italienischen Mutterhefe), die ich mir selbst gezogen habe. Es ist gar nicht schwer und die Anleitung dazu gibt es auch auf dem Blog. Zwischendrin poste ich immer mal wieder andere Rezepte aus der Küche, z.B. selbstgemachte Pasta und vieles mehr..
Ich freue mich auf euren Besuch 🙂 !!

Für die liebe Juschka und ihre Bande backe ich heute leckere wattig-weiche Schokobrötchen, und zwar im großen Stil, denn wo 6 Kinder leben samt ihren Freunden, da fängt man nicht mit kleinen Mengen an zu backen. Ich verfütterte all diese Schokobrötchen in meiner lieben 1 b, die Erstklässer sind immer dankbare Testesser. Da wahrscheinlich jedes vierte Kind ein Rosinenverweiger ist, habe ich mich dafür entschieden, gehackte Schokolade in den Teig zu kneten. Schokoladenverweiger sind sehr selten…

Damit der Teig schön wattig ist, wird ihm eine „water roux“ zugefügt, d.h. ein Teil des Mehles wird mit Milch vorsichtig erhitzt, bis die Masse stockt. Eigentlich müsste es in diesem Fall „milk roux“ heißen, denke ich…
Damit diese Brötchen stressfrei und gut familientauglich sind, werden sie am Abend geknetet, fix und fertig geformt und schlafen über Nacht auf einem Blech von einem Plastiksack umhüllt im Kühlschrank. Am nächsten Morgen braucht man nur noch den Backofen vorzuheizen und die Brötchen zu backen. Cool und easy, oder?

Schokobrötchen mit Übernachtgare















Rezept:
Zuerst wird aus folgenden Zutaten eine sog. „Water roux“ zubereitet:
60 g Weizenmehl 550 (oder T 65)
300 g Milch

Die Milch mit dem Mehl unter ständigem Rühren erhitzen, bis die Masse abbindet. Sie soll aber nicht kochen, etwa 70 °C müssten genügen.
Etwas abkühlen lassen mit einer Folie über dem Topf, damit sich keine Haut bildet.
Dieser Brei wird zusammen mit diesen Zutaten in die Küchenmaschine mit Knethaken gefüllt:

1000 g Weizenmehl 550
100 g Zucker (ich habe Vollrohrzucker genommen)
300 g zimmerwarme Milch
30 g Hefe (ich habe noch 50 g Lievito madre dran gegeben, es geht aber auch ohne!)
25 g Honig

Das lässt man etwa 15 min auf der zweiten Geschwindigkeit kneten.
Anschließend werden noch

12 g Salz
120 g zimmerwarme Butter
120 g gehackte Schokolade (bei mir eine Mischung von zartbitter bis Vollmilch)

mitgeknetet bis ein geschmeidiger Teig entsteht, der sich gut von der Schüssel löst.
Evtl. kann man den Teig noch aromatisieren (Orangenschalen, Zimtblüte, Kardamon usw.), Kinder mögen es bekanntlich lieber puristisch. Dennoch konnte ich mir eine Spur Muskatnuss nicht verkneifen…

Der Teig soll etwa 30-45 min warm stehen, bis er sich etwa verdoppelt hat. Ich heize hierzu meinen Backofen auf 30° C, stelle dann ab und lasse nur die Backofenlampe an. Das ist dann die ideale Temperatur.

Anschließend den Teig in 80 g – Stücke teilen, rund schleifen, nach Belieben einschneiden und auf ein Backblech mit Backpapier setzen.

Ein Eigelb mit etwas Milch schlagen und die Schokobrötchen damit einpinseln.

Das komplette Backblech wird nun in eine große Plastiktüte gepackt und ruht über Nacht im Kühlschrank. Da in meinem Kühlschrank nicht so viel Platz ist, habe ich gezirkelt, bis alle 26 Brötchen tatsächlich auf ein Blech gepasst haben. Das führt natürlich dazu, dass die Schokoteilchen etwas aneinander kuscheln. Kinder stört so etwas nicht.

Am nächsten Morgen schon vor dem Duschen den Backofen auf 200 °C Ober- /Unterhitze vorheizen.
Das Blech mit den Brötchen (ohne weitere Gehzeit) in den vorgeheizten Backofen schieben und die Brötchen etwa 25 bis 30 min backen.
Auf einem Gitterrost auskühlen lassen.

Fazit:
Schaut selbst, ich war heute morgen sehr beliebt..

Vielen Dank, liebe Susanne. Deine Schokobrötchen sind ganz sicher echte Kinderlieblinge und sie werden sicher demnächst auch auf unserem Sonntagstisch duften! Ich wünsche Dir und allen meinen Leserinnen und Lesern ein schönes Wochenende!

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