Pekannuss-Torte mit Ricotta-Creme und Orangenkaramell

Okt 15, 2014

Von unserem Balkon aus leuchten die Felder des Kraichgaus in den Farben der
Jahreszeiten – sommerlich in satten Grün- und Brauntönen, winterlich ganz in
Weiß und Grau, herbstlich braun mit bunten Tupfen und frühlingshaft in glühendem
Gelb. Dieses sonnige Gelb, das in diesem Jahr schon im April aufzuleuchten
begann, ist die strahlende Farbe der Rapsblüte.
Allerdings wechseln die Felder – mal darf sich dieses in schönstem Gelb kleiden,
mal jenes. Das wird an der Fruchtfolge liegen, die für Raps eingehalten werden
muss – in Monokultur gedeiht Raps nicht. Wenn also im vergangenen Jahr das gelbe
Feuer im Westen zu sehen war, so wird es in diesem Jahr vielleicht im Osten oder
mittendrin auflodern.
Und wo immer dieses Feuer aufflammt und in der Folge wieder verlischt, entsteht
wie der Phoenix aus der Asche die Rapssaat, aus der goldgelbes Öl gepresst wird.
Öl, das ich seit langem schon immer wieder einmal zum Braten, aber manches Mal
auch zum Backen benutze. Schon lange hörte ich – vermutlich mütterlich
kolportiert – dass Rapsöl wegen seines hohen Anteils an ungesättigten
Omega-3-Fettsäuren sehr gesund sei. Rapsöl lässt sich ohne Verluste hoch
erhitzen, ist also optimal zum Braten oder auch ein sehr guter Ersatz für Butter
in einem Kuchenteig.
Ob das goldgelbe Rapsöl, das ich in meinem örtlichen Dorfmarkt bekomme, genau
von diesen Feldern vor unserer Haustür stammt, weiß ich nicht. Aber die Farbe
erinnert mich an den Frühling und die ersten warmen, fast heißen Tage und so
habe ich für die
Rapsölution, Peggys Blog-Event zum Thema Rapsöl eine Torte erdacht, die der goldenen
Flamme des blühenden Rapses würdig sein soll – sowohl äußerlich wie
innerlich.

Es ist eine Torte, die die Jahreszeiten miteinander verbindet – Rapsöl
verbindet sich mit Hokkaido und Apfel, Apfel eint sich mit Orangen und
Pekannüssen, die übrigens mit den Walnüssen verwandt, jedoch viel milder und
feiner im Geschmack sind. Gefüllt mit einer sündhaften Ricotta-Buttercreme und
beträufelt mit feinstem, mit Orangenlikör aromatisierten Orangenkaramell, soll
sie beweisen, wie fantastisch eine Torte schmecken kann, die mit flüssigem
Gold gebacken wurde. 
Ich verwende für diese Torte neutrales Rapsöl, das den Kuchen sehr flaumig,
saftig und locker werden lässt. 
Wer keine Pekannüsse bekommen kann oder sie aus anderen Gründen nicht
verwenden mag, kann selbstverständlich auch Walnüsse oder aber auch Haselnüsse
statt dessen verwenden.

Pekannuss-Torte mit Ricotta-Creme und Orangenkaramell 

Zutaten: 
Für den Teig:
4 Eier
200 g Rapsöl, neutrales
160 g Zucker
1 Apfel, geviertelt
ca. 130 g Hokkaido-Fruchfleisch, grob gewürfelt
100 g Pekannüsse (alternativ Wal- oder Haselnüsse) – ich hatte eine
200g-Packung Pekannüsse mit Schale – einige davon fürs Dekor zurückbehalten
100 g Zartbitterschokolade in Stücken
Schalenabrieb einer halben Bio-Orange
200 g Mehl
1 Päckchen Weinstein-Backpulver

Für das Orangenkaramell:
100 g Puderzucker
400 ml Orangensaft (frisch gepresst aus etwa vier Saftorangen)
4 cl Orangenlikör (z.B. Grand Marnier oder Cointreau)

Für die Ricotta-Creme (ich hatte die Hälfte der Zutaten, was sich als
etwas zu wenig herausstellte, also habe ich die Angaben verdoppelt. Wer es
gerne opulent mag, möge sich daran halten, wer nicht, darf die Angaben gern
auch wieder halbieren):
200 g weiche Butter
200 g Mascobado-Vollrohrzucker
120 ml Orangenkaramell (von dem zuvor hergestellten abnehmen – der Rest dient
zum Tränken der Böden und zum Beträufeln der Torte)
500 g Ricotta
abgeriebene Schale einer halben Bio-Orange
optional: Orangenwürfel (aus Filets einer Orange geschnitten)

Fürs Dekor:
drei bis vier Nüsse, möglichst unversehrt aus der Schale gerettet oder aber
grob zerkleinert
12 Orangenviertel von einer Bio-Orange

Zubereitung:
Ich bereite zunächst eine 26er Springform vor, indem ich sie mit etwas Butter
ausfette und ganz leicht bemehle. Dann heize ich den Ofen auf 175 Grad
Ober-/Unterhitze vor.
Für den Teig gebe ich alle Zutaten außer Mehl und Backpulver in den Thermomix
und zerkleinere sie eine Minute auf Stufe 6. 
Wer ohne Thermomix arbeitet, sollte zunächst den Apfel, das Kürbisfleisch und
die Schokolade fein hacken und dann alle übrigen Zutaten außer Mehl und
Backpulver hinzugeben und alles miteinander zu einer homogenen Masse
verrühren.
Ich ziehe anschließend das Mehl und das Backpulver nur sehr kurz (10 Sekunden
auf Stufe 4) unter.
Ohne Thermomix sollte das Unterziehen des Mehl-Backpulver-Gemischs ebenfalls
zügig geschehen. 
Es entsteht eine geschmeidiger, stark duftender Teig, den ich dann in die
vorbereitete Springform gieße und im vorgeheizten Ofen etwa 50 bis 60 Minuten
backe, bis die Garprobe zufriedenstellend ausfällt. 
Ich lasse den Kuchen zunächst zehn Minuten in der Form abkühlen, dann öffne
ich die Springform und lasse ihn auf einem Kuchengitter weiter vollständig
auskühlen.
In der Zwischenzeit kann ich das Orangenkaramell und die Ricotta-Creme
vorbereiten.
Für das Orangenkaramell lasse ich den Puderzucker in einem Topf schmelzen, bis
ein hellgelbes Karamell entstanden ist. Ich lösche es unter Rühren und
weiterhin auf der Platte stehend mit dem frisch gepressten Orangensaft ab
(Vorsicht, das kann spritzen!) und lasse es nun weiter auf mittlerer Hitze
etwa zehn bis zwanzig Minuten einkochen, bis ein dicklicher Sirup entstanden
ist. Ich ziehe das Karamell vom Feuer und lasse es etwas abkühlen. 
Jetzt kann ich den Orangenlikör unterrühren – das gibt dem Orangenkaramell den
besonderen Kick.
Für die Ricotta-Creme rühre ich die weiche Butter mit dem Mascobado-Zucker im
Thermomix weißcremig, ziehe dann 120 ml von dem Orangenkaramell unter, reibe
die Orangenschale darüber und rühre schließlich den Ricotta unter, bis eine
geschmeidige Creme entstanden ist. Der Zucker sollte im ersten Schritt solange
gerührt werden, bis er sich vollständig aufgelöst hat.
Wer mag, kann jetzt noch die gewürfelten und abgetropften Orangenfilets
unterrühren.
Sollte die Creme an diesem Punkt noch zu flüssig sein, stelle ich sie eine
halbe Stunde in den Kühlschrank, bis sie soweit angezogen hat, dass ich die
Torte damit füllen kann. 
Inzwischen schneide ich den Kuchen zwei Mal horizontal durch, so dass drei
dünne Böden entstehen.
Diese werden nun jeweils mit etwas Orangenkaramell getränkt – sollte das
Karamell inzwischen zu dick geworden sein, kann man einfach noch etwas Likör
zum Verdünnen hinzugeben.
Ich setze den untersten Boden auf eine Tortenplatte und bestreiche ihn mit
etwa einem Drittel der Ricotta-Orangen-Creme. Ich setze den zweiten Boden auf
und bestreiche ihn ebenfalls mit Creme. Nun kommt der dritte Boden als Deckel
obenauf und wird mit der restlichen Creme schwungvoll bestrichen, so dass
kleine Berge und Täler auf der Oberfläche entstehen. 
Für die Dekoration schneide ich nun eine Orange in Ringe und dann in Viertel
und dekoriere sie rundherum. Einige Nüsse, die übrig geblieben sind, verteile
ich oben auf der Torte. Schließlich beträufle ich sie üppig mit dem restlichen
goldenen Orangenkaramellsirup… Die Torte darf ruhig etwas fließen – das
macht sie erst richtig attraktiv.
Ich serviere die Pekannuss-Torte raumtemperiert und mit einer guten Tasse
Kaffe oder Tee. Unbedingt dazu muss auch ein Glas kalten klaren Wassers.
Sollte etwas übrig bleiben, hält sich die Torte im Kühlschrank problemlos
mehrere Tage. Sie zieht durch und wird immer besser. Vor dem Servieren sollte
sie jedoch unbedingt wieder Raumtemperatur angenommen haben.

Meine Kinder haben diese Torte alle gleichermassen in den höchsten Tönen
gelobt. Das kommt selten vor – ist also als ein Gütesiegel zu
betrachten. 
Ich wünsche euch gutes Gelingen und eine köstliche Kaffeetafel.
Edit 2021: Inzwischen gibt es längst ein Video zu dieser großartigen Torte auf
meinem Kanal: 

Dieses Posting ist mein Beitrag zu 

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