Wirsingwickel mit Kartoffelpüree

Jan 31, 2014

Wirsingwickel mit Kartoffelpüree

Wirsing. Oder Weißkraut. Kann man beides für diese Wickel nehmen. Da Robert mir kürzlich geraten hatte, unbedingt mal Wirsing zuzubereiten, hab ich für meine Lafer-Heimatwoche kurzerhand
Krautwickel eingeplant und einen schönen dunkelgrünen Wirsingkopf eingekauft. So höre ich auf unseren Bloggervater!
Und hübsch sind sie anzusehen, wenn sie so kurz blanchiert glänzend grün werden. Der Geschmack herb, würzig, winterlich. Meine Kinder sind keine Wirsingfans, haben fast alle das Fleisch rausgewickelt und den Wirsing liegen gelassen. Mami? Ich hab probiert. Es schmeckt mir nicht. Dafür hat es mir und meinem Ritter um so besser geschmeckt. Und das nächste Mal bereite ich sie vielleicht doch lieber mit Weißkraut zu, damit die Kinder nicht nur das Fleisch essen?!

Wochenplan für die Lafer-Heimatwoche
Meine Einkaufsliste

So sieht das bei mir aus mit der Planerei… Liste um Liste, Plan um Plan. Jede Woche. Macht in gewisser Weise sogar Spaß! Mein Einkaufszettel sieht doch auch hübsch aus, nicht?
Wichtig bei solchen Plänen ist mir immer, dass ich auch an Tage denke, an denen nichts zu funktionieren scheint. Da helfen nur Spaghetti. Da geht kein Lafer. Wenn es Jakob schlecht geht, koche ich nichts Aufwändiges. Wir spielen dann lieber Carcassonne oder Monopoly. Zwischendurch die Nudeln abgekocht. Butter, Schafskäse und Pesto auf den Tisch. Fertig ist eins der Lieblingsessen der Kinder.
Am Wirsingwickeltag ging es Jakob gut. Also habe ich gewickelt. Küchengarn hab ich keins bekommen, obwohl ich dafür extra in mehrere Geschäfte gelaufen war. Heutzutage wickelt keiner mehr. Vielleicht isst man so was überhaupt nicht mehr? Oder nur fertig gerollt? Nehme ich eben einfaches Garn, dachte ich mir dann. Oder noch besser: Zahnstocher, so wie bei den Rinderrouladen.

Kohlrouladen – fertig gewickelt

Das ging gut. Kein Problem. Man kann es aber auch ganz ohne einen Verschluss versuchen, wie mir meine Bekannte versicherte, die wohl als einzige noch Rouladen selber zubereitet. Sie nimmt allerdings Weißkraut dazu und brät sie dafür zuerst auf der Seite an, auf der die Rouladen offen sind. Dadurch, so erklärte sie mir, sind die Rouladen an der Stelle wie zugeklebt und man kann sie problemlos weiter anbraten und dann schmoren lassen – mit dem Verschluss nach unten in der Schmorpfanne liegend. So. Gut. Kommen wir zum Rezept. Während die Rouladen schmoren, kann der Kartoffelpüree gemacht werden.

Und jetzt schön schmoren!





























Krautwickel mit Kartoffelpüree
(Quelle: Johann Lafer: Meine Heimatküche*)

Zutaten:
(für vier Personen):
8 große Wirsing- oder Weißkohlblätter
Salz
Langkornreis
einige Stängel Petersilie
3 Schalotten
1 Knoblauchzehe
30 g Butter
400 g Hackfleisch (halb und halb)
3 EL Semmelbrösel
2 Eier
Cayennepfeffer
1 TL Paprikapulver, edelsüß
2 EL Butterschmalz
2 Zwiebeln
1 EL Wacholderbeeren
1 Lorbeerblatt
100 ml Weißwein
1/4 l Fleischbrühe (ich nehme immer von meiner selbstgemachten Brühpaste und mache daraus eine Brühe – Rezept dazu ist in der Warteschleife)
1 EL Speisestärke

Zubereitungszeit: 45 Minuten
Garzeit: 25 Minuten

Zubereitung: 
Die Kohlblätter waschen und die Mittelrippe etwas dünner schneiden, sonst lassen sie sich nicht so gut rollen. Zwei Minuten in kochendem Salzwasser blanchieren, abschrecken und abtropfen lassen.
Den Reis garen, abgießen und etwas abkühlen lassen.
Petersilie fein hacken (TM: 20 Sek./Stufe 8, umfüllen). Die Zwiebel hacken (TM: 5 Sek./Stufe5) und für später beiseite stellen.
Die Schalotten und den Knoblauch fein hacken und in der Butter kurz andünsten (TM: 3-5 Sek./Stufe 5 und dann 3 Minuten Varoma Stufe 1 dünsten).
Das Hackfleisch, den Reis, die Semmelbrösel, die Eier, Salz, Cayennepfeffer und Paprika mit den gedünsteten Knoblauchschalotten vermischen. Die Petersilie nicht vergessen – im Originalrezept wird sie vergessen – erst wird sie gehackt, aber dann taucht sie nimmer auf.
(Alles im Thermomix etwa 20 Sekunden/Linkslauf/Stufe 4-5 vermischen).
Die Kohlblätter mit der Hackmasse füllen – die Ränder werden dabei eingeschlagen dann werden die Blätter zu Rouladen gerollt und wie auch immer verschlossen – mit Garn oder einfach mit einem Zahnstocher, wie gesagt.
Den Butterschmalz in einer großen Pfanne oder in einem Bräter erhitzen und die Rouladen darin rundum anbraten. Herausnehmen und die gehackte Zwiebel in der Pfanne goldbraun anbraten.
Die Wacholderbeeren und das Lorbeerblatt hinzufügen und mit dem Weißwein ablöschen.
Etwas einreduzieren lassen.
Mit der Fleischbrühe aufgießen, die Rouladen mit ihrem Saft wieder in die Pfanne geben und mit Deckel etwa 25 Minuten bei mittlerer Hitze schmoren lassen.
Während die Rouladen garen, kann man in Ruhe den Kartoffelpüree herstellen. Im Thermomix ist das ein Kinderspiel: Mehligkochende Kartoffeln, Wasser, Salz rein. 25 Minuten kochen lassen. Dann Milch, Butter, Muskat hinzu und das Ganze kurz verrühren. Fertig. Bitte nehmt keinen Püree aus der Tüte!!! Ihr schafft das auch ohne, da bin ich mir sicher! Wenn jemand noch ein Püree-Rezept (auch ohne Thermomix) benötigt: Bitte melden!
Wenn die Rouladen gar sind, nimmt man sie aus der Sauce und stellt sie abgedeckt warm. Dann lässt man die Sauce noch etwas einkochen, rührt die Stärke mit kaltem Wasser glatt an, gibt sie hinzu und lässt die Sauce noch einmal aufkochen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und zu den Rouladen und dem Kartoffelpüree servieren.
Guten Appetit!

Krautwickel nach Herrn Lafer – ein leckeres Sonntagsessen!

*Amazon Affiliate-Link

Pin It on Pinterest

Share This

Du möchtest anderen eine Freude machen?

Teile dieses Rezept!